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Herkunft & Ursache: Wovor hast du Angst? | inkl. Übung

Achtung Trigger-Beitrag! Ich möchte dich darauf hinweisen, diesen Blogbeitrag bitte erst zu lesen, wenn du dich bereit dazu fühlst, über die Herkunft und die Ursache des Vaginismus nachzudenken.


Beim Start meiner Vaginismus-Heilung habe ich gleichzeitig mit Trauma- und Beckenbodenphysiotherapie begonnen. Trauma-Therapie hat mir zu diesem Zeitpunkt geholfen, meine negativen Glaubenssätze, meine vergangenen Traumata in Bezug auf Sexualität und meine Familiengeschichte aufzuarbeiten. Beckenbodenphysiotherapie war der physische Teil der Therapie, in dem ich meine Übungen gelernt habe.


Grundsätzlich kann man Vaginismus in einem Satz erklären: Es ist eine automatische Reaktion des Körpers auf die Angst vor vaginaler Penetration. Diese Reaktion kann durch sehr viele unterschiedliche Ereignisse entstanden sein: zum Beispiel durch eine sexuelle Misshandlung, durch eine fremde Berührung am Körper, bei der es einem unwohl war, durch die eigene Religion, aber auch durch eine traumatische Geburt, unangenehme medizinische Untersuchungen, hormonelle Veränderungen, viele Pilzinfektionen oder gesellschaftlichem Druck.


In den ersten Wochen der Trauma-Therapie habe ich lange nach der Ursache gesucht und habe mit meiner Therapeutin eine Art Familienstellung usw. gemacht. Ich kam jedoch zum Schluss, dass es bei mir nicht DEN Auslöser gab. Da ich mit ziemlicher Sicherheit am Vaginismus 1 leide, also dem phobischen und somit angeborenen Vaginismus, haben sich viele negative Gedanken gegenüber der Sexualität bei mir eingeprägt. Zum Beispiel hätte ich noch vor zwei Jahren nicht einmal mit einer Freundin, geschweige denn mit meiner Mutter, über Sexualität gesprochen, da mir dieses Thema sehr unangenehm war. Ich habe realisiert, dass es Übung braucht. Das ich jetzt Episoden zu diesem Thema aufnehme, verwundert mich selbst immer wieder :-)

Was ist damit sagen möchte: Suche nicht zu weit, sondern hör in dich hinein. Wie denkst du über Sexualität? Wie denkst du über deinen Körper? Was sagst du über dich selbst?


Umfassender betrachtet, frage dich, warum wohl dein Körper und deine Psyche diese Reaktion auslöst? Warum und wovor hast du Angst? Was für negative Besetzungen haben sich bei dir eingebrannt? Bei mir haben vermutlich schmerzhafte Trennungen im engen Bekanntenkreis, meine eigene Haltung gegenüber meinem Körper, die Angst vor einer Schwangerschaft sowie der Glaube, dass man nicht über Sexualität redet oder dass das zu etwas Schlechtes ist, zu dieser Reaktion geführt.


Es geht bei der Vaginismus-Heilung nie darum, einen 'Fehler' zu beheben, sondern dass du dich in deinem Körper wieder wohl, vollwertig und geliebt fühlst. Vaginale Penetration wird immer als Erfolgskriterium angeschaut, aber geht es am Schluss wirklich nur darum?




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