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Journaling: So funktionierts! Vaginismus-Edition

Was hat Journaling mit Vaginismus zu tun? Grundsätzlich nicht viel und doch war es ein Teil meiner Vaginismus-Heilung. Mit Journaling konnte ich meinen Gedanken & Gefühlen freien Lauf lassen, ohne sie zu bewerten und mich dafür schämen zu müssen.


Wie funktioniert Journaling? Was ist der einfachste Weg zum Starten? Es gibt dafür zwei Begriffe: Braindump und Braindrop. Das bedeutet, dass man sich alles aufschreibt, was gerade im Kopf herumschwirrt - absolut ungefiltert. Das kann ein Gespräch mit Vorgesetzten vom letzten Monat sein, die Trennung vom Partner vor drei Jahren oder auch das liebe Kompliment einer coolen Frau, das du bekommen hast. Ganz egal, ob deine Gedanken und Gefühle positiv oder negativ sind. Egal was, alles wird aufgeschrieben.


Es hat den Effekt des Loslassens. Und man bringt alles, was im Kopf umherschwirrt, aufs Papier. Das Sprichwort 'Geteiltes Leid ist halbe Leid' kommt dann ganz aktiv zum Zug.


Wenn du regelmässig journalst, erkennst du Muster und kannst ganz gezielt dagegen wirken und bei positiven Sachen, diese mehr in dein Leben integrieren. Ein Beispiel dafür: Du schreibst ständig Sachen wie 'ich fühle mich nicht gut, weil ich die Hälfte meiner To-do-Liste nicht erledigt habe'. Du merkst also, dass du a) dich klein machst, in dem du dich beschimpfst, weil du deine To-do-Liste nicht ganz erledigt hast und b) das deine To-do-Liste allenfalls einfach immer falsch geplant oder zu lange ist.


Ein bin ein grosser Aufschiebe-Mensch. Ich schreibe mir jeweils alle To-dos auf, egal ob geschäftlich oder privat. Ich brauche einfach die Notizen. So blockieren mich die Gedanken im Kopf nicht mehr und ich kann gezielt meine To-dos abarbeiten. Oder aber wenn ich meine Gefühle aufschreibe, dann empfinde ich es so, als hätte ich es jemandem erzählt und plötzlich sind die Gefühle nicht mehr so negativ. Natürlich schreibe ich auch sehr viel Positives auf und Wünsche und Träume - mittlerweile sind meine Journal-Einträge eher positiv als negativ.


Es ist also ein Buch voller Gefühle. Und es gehört nur dir. Ich habe mein digitales Journal mit einem Code versehen, den niemand kennt. So bin ich sicher, dass niemand meine Gedanken lesen kann...mal abgesehen davon, dass das vermutlich sowieso niemand machen würde :-) Man schenkt so seinen Gefühlen und Gedanken Achtung und gleichzeitig schenkt man sich Me-Time. Dieser Vorgang löst auch Klarheit und Ruhe aus. Und manchmal merkst du sogar im Nachhinein, dass du das vermeintlich schlimme Ereignis 1. verschriftlicht hast, worauf du stolz sein darfst, 2. überwunden hast und 3. es gar nicht so schlimm klingt, wie du es damals erlebt hast. Du realisierst dann, wie toll du bist und was für Bullshit du in deinem Leben schon geschafft hast!


Ich laufe zum Beispiel nicht mehr blindlings durch die Welt, sondern nehme mich ganz klar wahr. Ich merke sofort, wenn ich mit einer Situation überfordert bin und teile mich dann aktiv mit. Das habe ich früher nicht realisiert und dann einfach meine Gedanken sagen lassen: 'Du bist unfähig für XY!'


Wann ist der beste Zeitpunkt? Wie kann ich damit beginnen? Ich persönlich journale ganz früh morgens oder am Abend vor dem zu Bett gehen. Am besten dann, wenn keine Ablenkung in der Nähe ist, kein Handy zur Hand und keine anderen Menschen daneben sitzen. So ist man am ehrlichsten mit sich und seinem Journal.


Ebenfalls ein guter Moment zum Journalen ist, wenn dein Kopf fast explodiert vor To-dos und Gedanken. Dann packst du dein Journal und lässt einfach mal alles, was im Kopf umherschwirrt, aufs Papier. Also ein Braindump. Schenke jedem Gedanken deine Aufmerksamkeit... vielleicht kannst du es nachher sortieren und siehst, dass die Hälfte davon gar nicht oder nicht mehr relevant ist oder es sind Sachen, die in der Zukunft passieren könnten. Wir haben aber das Geschenk, im JETZT zu leben.


Versuch, Gefühle und Gedanken aus der Vergangenheit aktiv aufzunehmen und loszulassen. Stell dir die Frage, woher der Gedanke kommt. Was erzählst du dir? Wie könntest du den negativen Gedanken vielleicht sogar in einen positiven Gedanken umwandeln?


Mit Journaling schenkst du deinem Kopf und deiner Seele Aufmerksamkeit. Zudem machst du dir bewusst, dass du tagtäglich denkst, fühlst und wie du handelst. Und du kannst damit Schritt für Schritt deine Träume und Visionen verfolgen - und dabei ganz gross denken. Und du manifestierst mit jedem einzelnen Satz, den du dir aufschreibst, deine Zukunft.


Vielleicht möchtest du unbedingt mit dem Journalen beginnen, aber vergisst es immer? Damit das Journalen zu einem Teil deines Lebens wird, könntest du dir einen Reminder ins Handy setzen. Vielleicht am Anfang nur 1x pro Woche und später dann alle zwei Tage oder wie es für dich passt. Wichtig ist auch das Buch, in das du schreibst. Such dir ein Produkt, das dir Freude macht.


Zum Schluss gebe ich dir noch vier Journalingfragen, die dir den Start vielleicht vereinfachen:

  • Morgens: Wie möchte ich mich heute fühlen?

  • Morgens: Was kann ich heute tun, um meinem Ziel näherzukommen?

  • Abends: Worauf bin ich heute stolz und was hat mir Freude bereitet?

  • Abends: Welcher Gedanke hemmt mich und darf ich jetzt loslassen?



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